Arten und Ziele der Österr. Wirtschaftspolitik ("Magisches Vieleck")
Aus BurkinaAt
zurück zu: Wirtschafts- und Sozialpolitik
Wirtschaftspolitk (Definition):
Unter der Wirtschaftspolitik versteht man die Gesamtheit der Maßnahmen, mit denen der Staat regelnd und gestaltend in die Wirtschaft eingreift. Wirtschaftspolitik legt die Spielregeln fest, innerhalb derer die weitgehend privat organisierte Wirtschaft sich mit all ihren verschiedenen Akteuren entfalten kann.
Natürlich kommt es darauf an in welchen politischen Strukturen sich ein Land befindet und welche wirtschaftlichen Vorstellungen es hat. (Das bedeutet, dass ein Land mit Planwirtschaft [Kommunismus] ganz andere Möglichkeiten hat in die Wirtschaft einzugreifen als eine freie [am ähnlichsten USA] - Soizale [Österreich, Deutschland,...] Marktwirtschaft)
Inhaltsverzeichnis |
Arten der Wirtschaftspolitik
Ordnungspolitik: --> alle staatlichen Maßnahmen, die auf den Wirtschaftsbereich eingreifen um es zu Verbessern oder am Laufen zu Halten
- v.a. Wettbewerbspolitik (Kartellbehörde = überwacht Firmenlandschaft eines Landes, sobald sich zwei Unternehmen zusammenschließen (=Fusion) und/oder sich Kartelle bilden, wird das (wenn entdeckt) verboten und zerschlagen, damit kein Monopol gebildet werden kann),
- soziale Sicherung,
- Preisfreigabe (man darf bestimmte Waren nicht zu teuer verkaufen, damit Grundversorgung (--> somit soziale Sicherheit gewährleistet ist)(man darf bestimmte Waren auch nicht billiger Verkaufen z.B. Zigaretten)
Aktuell: Als Ordnungspolitik gibt z.B. die Finanzspritze der Staaten an die Banken. Einige Länder kaufen Banken auf (privatisieren).
Wie einige Staaten Ordnungspolitik machen
Strukturpolitik: --> Eingriff auf Regionale- und Branchenstruktur
- v.a. Raumplanung (wirtschaftl. gesehen! d.h. z.B. geringe Entfernungen von zusammenarbeitenden Firmen (z.B. Papierfabrik + Blockhersteller)),
- sektoriale Strukturpolitik: Investitionshilfe (Betrieb, der noch nicht selbst investieren kann, bekommt staatl. Subventionen; Staat unterstützt Betrieb deshalb, weil es ihm nützlich ist, wenn sich der Betrieb selbst erhalten kann: Staat bekommt dann Steuern vom Betrieb bzw. von den Arbeitsangestellten)
- regionale Strukturpolitik : die durch Maßnahmen der Investitionsförderung die Ansiedlung von Industrien in Fördergebieten unterstützt
- Infrastrukturpolitik
Prozesspolitik: --> Staat greift in Marktprozesse ein, stabilisiert Wirtschaftsablauf und strebt Wachstum an
- v.a. Arbeitsmarktpolitik(Arbeitsplätze schaffen, Arbeitslosigkeit bekämpfen),
- Finanzpolitik,(Aktuell in Österreich: ein Null-Defizit)
- Fiskalpolitik,("Steuerpolitik")
- Geldpolitik,("Inflation")
- Handelspolitik,(Subventionen, usw.)
- Konjunkturpolitik (Eingreifen des Staates durch Direktinvestitionen (Straßenbau, Schienenbau, Infrastruktur,...):
Fiktives Beispiel zu Konjunkturpolitik:
Staat investiert in Infrastruktur --> ÖBB(Bahnhof)/U-Bahn-Ausbau --> schafft Arbeitsplätze (Bau, Materialherstellung, Verkauf,...) --> Angestellte bekommen Geld, kurbeln durch Konsum die Wirtschaft an --> Steuern werden erhöht --> Geld kommt wieder zu Staat ==> KREISLAUF!
Ziele der Wirtschaftspolitik
- verändern sich im Laufe der Jahre und teilweise werden gänzlich neue Ziele angestrebt.
- politische Parteien verfolgen bestimmte Ziele durch "ihre" Wirtschaftspolitik
unterschiedliche Schwerpunkte der Parteien:
- ÖVP: ausgeglichener Staatshaushalt, Wirtschaftswachstum
- SPÖ: Vollbeschäftigung, gerechte Einkommensverteilung
- Grüne: gesunde Umwelt, Lebensqualität
Aktuelle Beispiele:
- Steuerreform
- Privatisierung
Magisches Viereck/Vieleck
mit Hilfe des "Magischen Vielecks" wird versucht die Problematik der verschiedenen Wirtschaftsziele darzustellen.
= System von 4 wirtschaftspolitischen Zielen:
1.) Stabilität des Preisniveaus
- Stabilität herrscht, wenn Preise auf durchschnittlich gleichem Niveau bleiben.:
2.) Hoher Beschäftigungsstand
- Vollbeschäftigung (= volle Ausschöpfung des Produktionsfaktors Arbeit):
3.) Gleichgewicht von Im- und Export
- Handelbilanz, bezogen auf importierte und exportierte Waren und Dienstleitungen ist ausgeglichen:
4.) Sicherung des Wirtschaftswachstums
- Die Wirtschaft wächst, wenn BIP wächst (Bruttoinlandsprodukterklärung):
Weitere Ziele:
- Gesunde Umwelt, Lebensqualität
- Gerechte Einkommensverteilung
Probleme
- Unterschiedlichen Ziele sind nicht alle gleichzeitig zu erreichen
- Gegensätzlichkeit der Wirtschaftsziele --> Konflikt: unterschiedl. Interessen, Meinungen(z.B. Wirtschaftswachstum geht oft auf Kosten der gesunden Umwelt)
Aktuelle Bezüge
- Finanzkrise

