Stadttypen

Aus BurkinaAt

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Stadttypen

siehe auch Buch der 8. Klasse ab Seite 161


Die weltweit unterschiedlichen Stadttypen werden durch viele Kriterien voneinander unterschieden (Einwohner, Arbeitsplätze, Infrastruktur...).


Als Trabantenstädte (auch Trabantensiedlung/Schlafstadt genannt) bezeichnet man Vororte einer größeren Kernstadt. Sie sind oft Wohngebiete für Pendler und werden auch gebaut um den Wohnraumbedarf in der Kernstadt zu decken. Es gibt nur eine geringe Zahl von Arbeitsplätzen; sie haben wenig eigene Infrastruktur. zb. Vororte von Stockholm, Hässelby,...

Global Cities sind Städte die im Zentrum eines Städtesystems stehen. Dort befinden sich wichtige Finanzmärkte, Bankzentralen, Werbeagenturen und Konzerne, sowie auch Dienstleistungen wie Rechts-, Finanz- und Unternehmungsberater. Global Cities sind zB. New York, Tokio, London oder Paris

Eine Metastadt ist ein sich massiv ausbreitender Ballungsraum mit mehr als 20 Millionen Einwohnern. Die erste Metastadt wurde Tokio, heute zählen auch schon New York City, Seoul und Mexiko-Stadt dazu. Nach Berechnungen werden im Jahr 2020 auch Mumbai (früher Bombay), Delhi, Sao Paulo, Dhaka, Jakarta und Lagos diesen Status erreicht haben.

Weltstädte sind Städte von überragender globaler Bedeutung. (London, New York, Paris, Tokio)

Der Begriff Metropole wird häufig synonym zu Weltstadt gebraucht, der Unterschied besteht darin, dass Weltstädte international meist größere Bedeutung haben.

Satellitenstädte sind Städte, welche im Umfeld von Kernstädten angesiedelt sind. Der Unterschied zur Trabantenstadt ist, dass die Satellitenstadt eigenständig ist und den Bewohnern genug Arbeitsplätze bieten kann. Satellitenstädte verfügen auch über die nötige Infrastruktur einer Stadt. Sie sind im Laufe der Jahre nicht gewachsen, sondern wurden alle geplant.

Eine Ackerbürgerstadt ist eine durch Landwirtschaft geprägte Stadt, sie hat keine zentrale innerstädtische Verwaltung.

Natürlich gibt es aber auch Städte, die schrumpfen, die sogenannten Shrinking Cities. Die Ursachen dafür sind meist Kriege, Natur-oder Umweltkatastrophen, Krankheitsepidemien oder auch mangelnde Rohstoffe und Energie. zb. Detroit (viele Industrien verlagern sich in das städtische Umland, dadurch wird die Zahl der Beschäftigten kleiner, deshalb auch oft Umzug in Vororte)



Die nordamerikanische Stadt:

Ist geprägt von einem starken Suburbanisierungsprozess. Darunter versteht man die Abwanderung städtischer Bevölkerung oder diverser Funktionen in das städtische Umland. Außerdem kann man in der nordamerikanischen Stadt eine zunehmende Segmentierung der Bevölkerung bemerken. (Man kann die Menschen anhand von ihres Wohnortes in soziale Gruppen einordnen) Ein weiteres Merkmal solcher Städte sind die typischen Skylines im Zentrum-> Abzeichnung vom Horizont durch die höchsten Bauwerke.


Historische Entwicklung:

Die Verstädterung Nordamerikas begann durch die europäischen Kolonialmächte und Einwanderer im 16. und 17. Jahrhundert. In diesen Städten gibt es keine typischen Stadtmerkmale wie Burgen, Marktplätze oder eine Stadtmauer. Es gibt kaum architektonische Vielfalt, sie sind geprägt von einem gleichmäßig schachbrettartigen Straßenmuster. Aufgrund von Platzmangel begann man 1915 mit dem Bau erster Wolkenkratzer.


Grundriss:

Nordamerikanische Städte sind in verschiedene Bereiche unterteilt. In der Downtown, auch CBD (Central Business District) genannt, das Geschäftszentrum, befinden sich vorallem öffentliche Dienstleistungseinrichtungen aber auch Wohnhäuser. Am Rande der Downtown bilden sich heruntergekommene Wohnviertel der sozialschwächeren Bevölkerung. Rund um das Stadtzentrum liegt der Übergangsbereich, das Wohngebiet der Mittelschicht. Außen befindet sich das städtische Umland mit Fabriken und Bürogebäuden entlang von Hauptstraßen und Autobahnen. Außerdem ist das Umland der Bereich für öffentliche Einrichtungen wie Parks, Spielplätze, Tennis/Golfanlagen,…


Strukturwandel und Probleme:

Das Hauptproblem der nordamerikanischen Stadt ist die Suburbanisierung. Die Leute wandern aus Berufs-, oder Verkehrsgründen an den Rand der Stadt ab. Durch die Abwanderung der Bevölkerung entstehen dort ebenfalls kleine Zentren, um den Leuten das Arbeiten und Einkaufen zu erleichtern – die Edge Cities.

Eine neue Entwicklung ist das so genannte Gating in den reicheren Vierteln – die Einzäunung von einzelnen Wohnbereichen oder kleinen Gemeinden, bzw. die Gated Communities - an den Grenzen der einzelnen Bereiche wird kontrolliert, ob die Leute eingelassen werden dürfen. Außerdem kommt es zur Dezentralisierung – durch die Commercial Strips („Streifen“ entlang der Straße mit Geschäften, Fabriken, etc. – sie entstehen durch den Pendelverkehr) verlagern sich die Dienstleistungsbereiche an den Rand und die Städte wachsen nach außen. Ebenso ist der Bau von Wolkenkratzern problematisch anzusehen da das Stadtklima verändert wird, zb. durch Bereiche die dauerhaft im Schatten liegen.



Sozialistisch geprägte Stadt


Bemerkung zum Sozialismus: Sozialisten betonen vor allem die Grundwerte Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität, sie wollen so etwas wie eine enge Verbindung zwischen sozialen Bewegungen und theoretischer Gesellschaftskritik schaffen.


Als sozialistisch geprägte Stadt bezeichnet man eine Stadt, die so geplant wird, dass sie einer Idealstadt nahe kommt. Auch der Bau wird dementsprechend gestaltet, es wird versucht so zu bauen, dass sich alle wirklich wohlfühlen und gleichberechtigt sind. Auf die Schaffung von wohnungsnahen Grünflächen, von „gesunden“ Wohnungen für alle Stadtbewohner wird ebenfalls geachtet, außerdem dass zb. Einkaufszentren, Krankenhäuser, Kindergärten,... leicht zu erreichen sind. Es wird Wert auf das Bauen von neuen Gebäuden gelegt und das Renovieren ect. wird eher vermieden.

Die Übertragung der sozialistischen Idee auf ein Stadtmodell hatte zwei wichtige Gründe:

1) Die Abschaffung des privaten Grundeigentums und die sich daraus ergebenden Phänomene wie zb. Bodenpreis,...

2) Auch sollten in einer sozialistisch geprägten Stadt keine Grenzen zwischen reicheren und ärmeren Stadtteilen entstehen.



Orientalische Stadt


Aufbau:

Der religiöse und auch kulturelle Kern einer orientalischen Stadt ist die Hauptmoschee. In der Nähe der Moschee befindet sich der Suq (ein Markt), der auch ein Wirtschaftszentrum ist. Als nächstes dann die Wohnviertel mit ethnischer Segregation (räumliche Aufteilung verschiedener Menschengruppen in verschiedene Viertel) und kleineren Subzentren (mit eigener kleiner Moschee, eigenem Suq etc). Am Ende dieser Stadtstruktur befindet sich die Stadtmauer, an der die Paläste und Friedhöfe liegen.


Straßenstruktur:

Die Straßen einer orientalischen Stadt sind folgendermaßen aufgebaut: Die großen Hauptverkehrslinien - Sie laufen vom Kern der Stadt zur Stadtmauer und tangieren dabei auch die einzelnen Stadtteile. Die einzelnen Viertel werden von engmaschigen Sackgassen durchzogen, die zu den Hauptstraßen führen. Diese Sackgassen spiegeln das Bedürfnis nach Privatsphäre wieder, genauso wie die typischen Innenhofhäuser (niedere Lehmbauten, in denen es kühl ist).


Der Muezzin:

Der Muezzin ist ein Gebetsrufer, der die Muslime fünfmal täglich zu bestimmten Zeiten zum Beten zusammenruft. Er ist kein Geistlicher, sondern gehört zum Personal der Moschee. Früher rief er vom Minarett (ein Turm für Gebetsrufer) aus, wobei meist ein Blinder diese Aufgabe des Muezzins übernahm, damit er nicht sehen konnte, wo sich Frauen aufhielten, was von dem erhöhten Standort aus ziemlich leicht möglich gewesen wäre.



Städte der 3. Welt

Stadtentwicklung in Entwicklungsländern:

Viele Einwohner aus Entwicklungsländern ziehen in Städte, weil sie hoffen dort besser leben zu können als in ihren vorigen Dörfern. Deshalb verlagert sich die Armut immer mehr in die Städte. Den armen Leuten bleibt dann nur die Möglichkeit, sich in Elendsvierteln, sogenannten „Slums“ niederzulassen. In Afrika ist bereits jeder zweite Städter ein Slumbewohner. In den Slums leben die Menschen in notdürftigen Behausungen die aus Matten, Müll und Pappkartons zusammengebastelt sind. Diese Hoffnungslosigkeit, die dadurch entsteht, dass viele der Bewohner die in den Slums leben, keine Arbeit haben, oder weil zu wenig Lebensmittel da sind, lässt viele Leute zu Alkohol und Drogen greifen. Es gibt jedoch auch Slumbewohner die sich „aufrappeln“ und somit Arbeit finden, zum Beispiel als Schuhputzer oder Straßenhändler. Deshalb können auch Kinder zur Schule gehen und auch Gesundheitsstationen sind zu Fuß erreichbar. In einigen Ländern wie zb. Senegal wird zum Beispiel für die Legalisierung der Slums gekämpft, so lange das Leben in den Slums nicht legal ist, werden die Slums immer wieder einfach von Bulldozern plattgewalzt.

Persönliche Werkzeuge