Wirtschaftswachstum, BIP, Konjunkturzyklus

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Inhaltsverzeichnis

Wirtschaftswachstum

Unter Wirtschaftswachstum versteht man die prozentuelle Zunahme des BIP, also der in einer Volkswirtschaft produzierten ökonomischen Güter (Waren und Dienstleistungen), von einer Periode zur Nächsten. Das Wirtschaftswachstum nimmt bei einer Abnahme der Produktion negative Werte an. Niedrige Wachstumsraten unter 2% = niedriges Wachstum, 5-6% werden als hohes Wachstum bezeichnet.

Reales und Nominales Wirtschaftswachstum

Im nominalen Wirtschaftswachstum wird das Wachstum als finanzielle Änderung des BIP beziehungsweise des Bruttonationaleinkommens definiert. Dagegen wird beim realen Wirtschaftswachstum die Preissteigerung herausgerechnet. Gemessen wird nach diesem Konzept die eigentliche reale Leistungssteigerung der Gesamtwirtschaft. Die reale Herangehensweise ist also aussagekräftiger.

Intensives und extensives Wirtschaftswachstum

Von extensivem Wachstum spricht man, wenn es auf den Einsatz von mehr Ressourcen, etwa mehr Arbeitskräften, zurückzuführen ist. Intensives Wirtschaftswachstum liegt nur vor, wenn das Pro-Kopf-Einkommen steigt.


Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das Bruttoinlandsprodukt (Abk.: BIP) ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft.

Es entspricht dem Gesamtwert der produzierten Waren und Dienstleistungen abzüglich des Werts der Waren und Dienstleistungen, die bei ihrer Produktion als Vorleistungen verwendet werden. Ein Beispiel: wenn der Bäcker Brot backt dann zählt nur das Brotbacken zur Wertschöpfung des Bäckers, also Broterlös minus der Preis den der Bäcker für das Mehl (und andere Vorleistungen) zahlen musste.

Beim BIP wird zwischen 2 verschieden Formen unterschieden:

Das nominale BIP

Das nominale BIP ist die gängigste Form, um das Inlandsprodukt von Ländern oder Regionen zu vergleichen. Es gibt die Summe der inländischen Wertschöpfung bzw. der Wertschöpfung von Regionen in aktuellen Marktpreisen an. Nachteil ist, dass diese durch Geldwertveränderungen verfälscht sein können. So führt eine fünfprozentige Inflationsrate bei gleich bleibender Warenproduktion zu einem BIP-Anstieg von ebenfalls fünf Prozent.

Das reale BIP

Um das BIP unabhängig von Veränderungen der Preise betrachten zu können, verwendet man das reale BIP, indem alle Güter und Dienstleistungen zu Marktpreisen eines Basisjahres bewertet werden (BIP zu konstanten Preisen). Neuerdings werden Kettenindizes verwendet

Das reale BIP lässt sich auch aus dem nominalen BIP errechnen, wenn man die Preissteigerung seit dem Basisjahr kennt.

Konjunkturzyklus

Das wirtschaftliche Wachstum bewegt sich im Verlauf der Jahre wellenförmig= Konjunkturzyklen. Als Konjunktur bezeichnet man die Gesamtsituation der Volkswirtschaft. Sie leitet sich aus der gleichzeitigen Betrachtung verschiedener wirtschaftl. Indikatoren ab, vorallem aus dem BIP (Bruttoinlandsprodukt).

Sie ist dabei von Konjunkturzyklen, mehrjährigen Schwankungen der wirtschaftlichen Aktivität gekennzeichnet. Diese Zyklen zeigen eine Regelmäßigkeit auf und betreffen die Wirtschaft als Ganzes.

Konjunkturzyklen bestehen im Regelfall aus Aufschwungphasen (Expansion),

der Hochkonjunktur (Boom),

Abschwungphasen (Rezession)

und den Tiefphasen (Depression).

Tiefphasen können Normaltiefphasen (positives Wirtschaftswachstum),

Stagnationen (kein Wirtschaftswachstum),

Rezessionen (gering negatives Wirtschaftswachstum)

oder Depressionen (stark negatives Wirtschaftswachstum) darstellen.

Während das Wirtschaftswachstum hauptsächlich auf Angebotseffekte zurückzuführen ist, sind konjunkturelle Schwankungen stets nachfragebedingt

Beispiel für Konjunkturzyklen
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Beispiel für Konjunkturzyklen

Aufschwung

Der Aufschwung kennzeichnet eine wachsende gesamtwirtschaftliche Produktion und steigende Kapazitätsauslastung bei einem noch relativ geringen Preisanstieg sowie niedrigen Zinsen. Die Beschäftigung nimmt zu, was die Schaffung neuer Arbeitsplätze begünstigt. Die Grundstimmung in der Wirtschaft ist optimistisch.

Hochkonjunktur/Boom

Im wirtschaftlichen Konjunkturzyklus erreicht die wirtschaftliche Aufwärtsbewegung in der Hochkonjunktur ihren Höhepunkt. Es herrscht starke Güternachfrage, die Produktionskapazitäten der Unternehmung sind voll ausgelastet oder überbelastet und es besteht Vollbeschäftigung oder Überbeschäftigung. Die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer sowie die Preise und die Zinsen steigen an und es besteht die Gefahr der Inflation. Das Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) beginnt sich zu verflachen und gegen Ende der Hochkonjunktur abzunehmen.

Abschwung/Rezession

Im Abschwung sind die wirtschaftlichen Tätigkeiten rückläufig. Güternachfrage, Güterproduktion, Investitionen und Gewinne sinken, während Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit langsam ansteigen. Die Preise sowie die Zinsen sind weiter auf hohem Niveau und beginnen langsam abzunehmen. Die Grundstimmung in der Wirtschaft ist pessimistisch.

Depression/Tief

Den Tiefpunkt erreicht der Konjunkturzyklus in der Depression. Kennzeichen sind geringe Auslastung der Kapazitäten und hohe Arbeitslosigkeit. Die Einkommen der Haushalte sinken und die Nachfrage nach Konsumgütern geht stark zurück. Die Börsenkurse fallen, die Unternehmensgewinne sowie die Investitionen verringern sich und das Preisniveau sinkt (Deflation).


Die Merkmale der einzelnen Zyklen sind idealisiert und werden in der Realität von vielen anderen Effekten beeinflusst. Zudem ist eine vollständige Abgrenzung der einzelnen Zyklen nicht machbar. Die Übergänge zwischen den Zyklen sind fliessend zu verstehen.

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